Wie gelingt ein guter Start ins Thema Nachhaltigkeit? Nachhaltigkeit im Unternehmen zu verankern – dafür gibt es viele Wege. Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist, den Weg zu finden, der zum eigenen Unternehmen passt.

Nachhaltigkeit in kleinen und mittleren Unternehmen – wie der Mittelstand den Einstieg findet

Nachhaltigkeit ist eines dieser Themen, die auf den ersten Blick unzugänglich wirken. Das beginnt schon damit, dass jeder etwas anderes darunter versteht. Für die einen geht es um Umwelt- und Klimaschutz. Andere denken an soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden und Gemeinden. Und die gute Unternehmensführung – Governance – ist doch ohnehin durch den Wertekompass und die unternehmerische Verantwortung im Mittelstand verankert.

Dazu kommt eine besondere Stärke, die KMU auszeichnet: kurze Wege, persönlicher Kontakt, Flexibilität. Man kennt sich nicht nur aus dem Organigramm, sondern aus der gemeinsamen Frühstückspause. Keine Konzernstrukturen, sondern kurze Wege. Man spricht miteinander, diskutiert Themen direkt und findet schnell pragmatische Lösungen. Und genau diese Qualitäten sind es, die den Mittelstand auch beim Thema Nachhaltigkeit in eine gute Ausgangsposition bringen.

Die Welt hat sich verändert

Die Welt ist multipolarer geworden. Lieferketten verschieben sich, Kundenerwartungen verändern sich. Für den Mittelstand bedeutet das: Die Landkarte der Anforderungen ist vielfältiger geworden.

Für viele KMU ist Nachhaltigkeit dabei kein abstraktes Konzept, sondern ein konkretes Thema, das von außen an das Unternehmen herangetragen wird – von Kunden, Geschäftspartnern und genauso von bestehenden und potenziellen Mitarbeitenden. Wer Nachhaltigkeit mitdenkt, dem kann die Navigation in dieser sich verändernden Welt leichter fallen.

Wie gelingt ein guter Start ins Thema Nachhaltigkeit? 

Nachhaltigkeit im Unternehmen zu verankern – dafür gibt es viele Wege. Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist, den Weg zu finden, der zum eigenen Unternehmen passt. Die Vielzahl an Möglichkeiten kann dabei überwältigend sein und zu einer Entscheidungsblockade führen. Wenn niemand sicher ist, welche Herangehensweise die beste ist, passiert oft erst einmal gar nichts. Stillstand kehrt ein – nicht aus mangelndem Willen, sondern aus Unsicherheit.

Eine Nachhaltigkeitsstrategie von Anfang an zu entwickeln, wäre ein Weg. Doch auch das kann Unternehmen überfordern, besonders wenn noch die Klarheit fehlt, was Nachhaltigkeit für das eigene Unternehmen überhaupt bedeutet. In solchen Fällen kann es sinnvoller sein, zunächst mit kleineren Maßnahmen zu starten. Erste sichtbare Erfolge schaffen Vertrauen und leisten die notwendige Überzeugungsarbeit im Unternehmen selbst.

Für Unternehmen, die eine strukturierte Herangehensweise bevorzugen, bietet sich der Einstieg über eine Wesentlichkeitsanalyse an. Diese zeigt auf, welche Nachhaltigkeitsthemen für das eigene Unternehmen tatsächlich relevant sind – und schafft damit eine fundierte Grundlage für alle weiteren Schritte bis zu einer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie. 

Ein gemeinsames Verständnis für Nachhaltigkeit entwickeln

Unabhängig vom gewählten Einstieg ist eines besonders wichtig: ein gemeinsames Verständnis im Unternehmen zu schaffen. Was verstehen wir unter Nachhaltigkeit? Wo stehen wir als Unternehmen? Was tun wir bereits?

Die Überraschung ist dabei oft groß. Viele Unternehmen setzen bereits zahlreiche Maßnahmen im Nachhaltigkeitskontext um – sie werden nur nicht als solche erkannt oder kommuniziert, sondern als selbstverständlich wahrgenommen.

Mit Stakeholdern ins Gespräch kommen

Ein weiterer wertvoller Schritt ist der Dialog mit den wichtigsten Stakeholdern des Unternehmens. Welche Nachhaltigkeitsthemen haben die wichtigsten Kunden auf ihrer Agenda? Was erwarten Geschäftspartner? Welche Rolle spielen die lokalen Gemeinden, aus denen die Mitarbeitenden kommen? Und was erwarten aktuelle und potenzielle Mitarbeitende vom Unternehmen?

Diese Gespräche liefern wertvolle Hinweise für die Entwicklung und Planung von Nachhaltigkeitsaktivitäten – und sie zeigen nach innen und nach außen, dass das Unternehmen das Thema ernst nimmt.

Von der ersten Idee zum Nachhaltigkeitsbericht

Nachhaltigkeit im Mittelstand verankern – Schritt für Schritt zum eigenen Weg

Ausgangslage im Mittelstand
Viele KMU setzen bereits zahlreiche Nachhaltigkeitsmaßnahmen um – sie werden nur nicht als solche erkannt. Kurze Wege, persönlicher Kontakt und Flexibilität bringen den Mittelstand in eine gute Ausgangsposition.
1
Gemeinsames Verständnis schaffen
Was verstehen wir unter Nachhaltigkeit? Wo stehen wir? Was tun wir bereits? Oft ist die Überraschung groß – viele Maßnahmen existieren schon, werden aber nicht als Nachhaltigkeit erkannt.
Bestandsaufnahme Interne Klärung Vorhandenes sichtbar machen
2
Mit Stakeholdern ins Gespräch kommen
Dialog mit Kunden, Geschäftspartnern, Gemeinden und Mitarbeitenden: Welche Nachhaltigkeitsthemen stehen auf deren Agenda? Diese Gespräche liefern wertvolle Hinweise und zeigen, dass das Unternehmen das Thema ernst nimmt.
Kundenerwartungen Mitarbeitende einbeziehen Externe Signale
3
Wesentlichkeitsanalyse durchführen
Welche Nachhaltigkeitsthemen sind für das eigene Unternehmen tatsächlich relevant? Wo liegen die größten Auswirkungen, Risiken und Chancen? Die Wesentlichkeitsanalyse schafft eine fundierte Grundlage.
Auswirkungen identifizieren Risiken & Chancen Fokussierung
4
Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln
Eine Strategie, die zur Unternehmensstrategie passt und auf dem eigenen Wertekompass aufbaut. Konkrete Ziele definieren und durch Projekte und Initiativen umsetzen – messbar und nachvollziehbar.
Unternehmenswerte integrieren Ziele setzen Projekte planen
5
Mitarbeitende aktivieren
In der Belegschaft steckt enormes Know-how. Mitarbeitende wissen oft am besten, wo Verbesserungspotenzial liegt. Nachhaltigkeit wird so zum Thema, das aus dem Unternehmen heraus wächst – nicht von oben verordnet wird.
Ideen sammeln Bottom-up statt Top-down Praxiswissen nutzen
6
Nachhaltigkeitsbericht erstellen
Ein freiwilliger Bericht nach VSME-Standard schafft Vergleichbarkeit und Vertrauen. Er informiert Mitarbeitende über Fortschritte und kommuniziert nach außen, was das Unternehmen leistet – ehrlich und transparent.
VSME-Standard Interne Transparenz Externe Kommunikation
Das Ergebnis: Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmens-DNA
Nach innen
Mitarbeitende eingebunden, Transparenz geschaffen, gemeinsames Verständnis entwickelt
Nach außen
Vertrauenswürdige Kommunikation gegenüber Kunden, Partnern und Gemeinden
Messbar
Fortschritte nachvollziehbar, Ziele überprüfbar, Entwicklungen transparent
Vergleichbar
VSME-Standard verhindert, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden
Wichtig: Der richtige Einstieg sieht für jedes Unternehmen anders aus. Nicht alles funktioniert auf Anhieb – entscheidend ist, aus Rückschlägen zu lernen und den Kurs anzupassen. Nachhaltigkeit zu verankern ist ein Veränderungsprozess, der Geduld und Offenheit braucht.

Nachhaltigkeit im Unternehmen zu verankern – dafür gibt es viele Wege. Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist, den Weg zu finden, der zum eigenen Unternehmen passt.



Nachhaltigkeit langfristig im Unternehmen verankern

Irgendwann müssen die verschiedenen Nachhaltigkeitsanstrengungen zusammengeführt werden. Spätestens dann stellt sich die Frage nach der richtigen Vorgehensweise. In der Praxis hat sich dabei folgendes Herangehenbewährt: 

  • Eine Wesentlichkeitsanalyse hilft dabei, die für das Unternehmen wirklich relevanten Themen zu identifizieren: Wo sind die größten Auswirkungen? Wo liegen die größten Risiken? Und welche Chancen zeichnen sich im Nachhaltigkeitskontext ab?
  • Darauf aufbauend lässt sich eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln, die von Anfang an darauf ausgerichtet ist, die Unternehmensstrategie zu unterstützen. Im Mittelstand kann sie sich dabei auf etwas stützen, das in vielen Unternehmen bereits stark ausgeprägt ist: den eigenen Wertekompass des Unternehmens.
  • Konkrete Ziele ergeben sich dann aus der Strategie. Und diese Ziele gilt es nicht nur durch Projekte und Initiativen zu erreichen, sondern auch zu messen.
  • Mit dem Messen ist dann auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung ein Teil des Prozesses geworden.

Einheitliche Berichtsstandards sorgen für Vertrauen

Ein freiwilliger Nachhaltigkeitsbericht – etwa auf Basis des VSME-Standards – verhindert, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden, und sorgt für das notwendige Vertrauen in die Nachhaltigkeitskommunikation.

Das Reporting funktioniert dabei in beide Richtungen:

  • Nach innen informiert er die Mitarbeitenden über die erreichten Fortschritte, nimmt sie mit und schafft Transparenz beim Thema Nachhaltigkeit.
  • Nach außen kommuniziert er gegenüber Kunden, Geschäftspartnern und den Gemeinden, in denen das Unternehmen ansässig ist, was das Unternehmen im Nachhaltigkeitskontext leistet und wohin es sich entwickeln möchte.

Ein Nachhaltigkeitsbericht kann mehr sein als nur Zahlen und Fakten. Er ist die Chance, langfristige Ziele, Visionen und Strategien sichtbar zu machen. Weil er regelmäßig erscheint, können Entwicklungen nachvollzogen werden. Wichtig ist dabei Ehrlichkeit. Rückschläge gehören dazu und lassen sich auch erklären: Wenn der Energieverbrauch steigt, weil sich die Auftragslage verbessert hat, dann ist das eine Einordnung, die jeder verstehen kann.

Die Ideen der Mitarbeitenden einbeziehen

Ein Aspekt, der häufig unterschätzt wird: In der Belegschaft vieler Unternehmen steckt ein enormes Know-how. Mitarbeitende wissen oft am besten, wie Prozesse effizienter gestaltet werden können, welche Verbesserungen im Arbeitsalltag möglich wären und wo ungenutztes Potenzial liegt. Wer mit seinen Mitarbeitenden ins Gespräch kommt, entdeckt oft einen Schatz an praktischen Projektideen, die nur darauf warten, aufgegriffen zu werden. Nachhaltigkeit wird so zu einem Thema, das nicht von oben verordnet wird, sondern aus dem Unternehmen heraus wächst.

Mit Rückschlägen umgehen

Nicht alles funktioniert auf Anhieb. Maßnahmen verfehlen ihr Ziel, Zeitpläne verschieben sich, Prioritäten ändern sich. Das ist normal. Entscheidend ist der Umgang damit: aus Rückschlägen lernen, offen darüber kommunizieren und den Kurs anpassen. Nachhaltigkeit im Unternehmen zu verankern, ist ein Veränderungsprozess – und wie bei jedem Veränderungsprozess braucht es Geduld, Offenheit und die Bereitschaft, aus Erfahrungen zu lernen.

Ein Aspekt, der häufig unterschätzt wird: In der Belegschaft vieler Unternehmen steckt ein enormes Know-how. Mitarbeitende wissen oft am besten, wie Prozesse effizienter gestaltet werden können, welche Verbesserungen im Arbeitsalltag möglich wären und wo ungenutztes Potenzial liegt.



Den ersten Schritt machen

Am Ende zählt vor allem eines: den ersten Schritt zu gehen. Interesse für das Thema zu zeigen und eine gewisse Offenheit mitzubringen. Der richtige Einstieg sieht für jedes Unternehmen anders aus – und genau das macht ihn so individuell wie den Mittelstand selbst.

Wie Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen konkret aussehen kann, darüber tauschen wir uns gerne mit Ihnen aus. In einem unverbindlichen Gespräch lässt sich oft schon erkennen, welcher Weg für Ihr Unternehmen der richtige sein könnte.

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Häufige Fragen zur Nachhaltigkeit im Mittelstand

Hier beantworten wir Ihnen Fragen zum Blogartikel.

Weitere Antworten finden Sie auf unserer Homepage unter Fragen und Antworten.

Unsere Kunden fragen nach unterschiedlichen Standards und Formaten. Wie lässt sich damit umgehen?

Der VSME-Standard wurde für diese Situation entwickelt. Er bildet eine Datenbasis, die sich für verschiedene Anfragen nutzen lässt.

Erfahrungsgemäß lassen sich etwa 80 Prozent der typischen Kundenanfragen mit einem gut aufbereiteten VSME-Bericht beantworten.

Für produktspezifische Anfragen können Sie schrittweise PCF-Daten (Product Carbon Footprint) für Ihre Hauptprodukte ergänzen. Ein möglicher Ansatz: Mit VSME als Fundament beginnen und darauf aufbauen.

Wir sind ein kleines Unternehmen mit unter 50 Mitarbeitern. Betrifft uns das Thema?

Das hängt von Ihren Geschäftsbeziehungen ab. Wenn Sie Zulieferer für größere Unternehmen sind, könnte das Thema relevant werden – unabhängig von Ihrer eigenen Unternehmensgröße.

Die Bain-Studie zeigt: Bereits 26 Prozent der B2B-Einkäufer haben Geschäftsbeziehungen wegen fehlender Nachhaltigkeitsnachweise beendet. Der VSME Basic Module wurde speziell für KMU entwickelt und lässt sich auch mit begrenzten Ressourcen umsetzen.

Der Autor:

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