Sustainability Transformation Monitor 2026: Eine Bilanz für den Mittelstand
Der Sustainability Transformation Monitor (STM) ist eine der umfassendsten Erhebungen zur Nachhaltigkeitstransformation in der deutschen Wirtschaft. Die aktuelle Ausgabe von März 2026 basiert auf 822 befragten Organisationen und liefert ein differenziertes Bild: Fortschritte und Rückschritte liegen eng beieinander. Wir ziehen Bilanz und ordnen die Ergebnisse für den Mittelstand ein.
Worum geht es im Sustainability Transformation Monitor 2026?
Der Sustainability Transformation Monitor (STM) erfasst jährlich den Stand der Nachhaltigkeitstransformation in der deutschen Wirtschaft. Die aktuelle Ausgabe basiert auf der Befragung von 822 Organisationen aus Real- und Finanzwirtschaft. Herausgeber sind die Bertelsmann Stiftung, die Stiftung Mercator, die Universität Hamburg und die Peer School for Sustainable Development [1].
Die Ergebnisse zeigen ein uneinheitliches Bild. Weder stimmt die Aussage „ESG ist tot“, noch die Gegenaussage „Alles auf Kurs in Sachen Nachhaltigkeit“. Der STM 2026 zeigt vielmehr eine Wirtschaft im Konsolidierungsmodus – auch vor dem Hintergrund einer zunehmend multipolaren Welt. Zusammenfassend lässt sich dies so beschreiben: Die Strukturen sind mittlerweile etabliert, aber die Dynamik hat an Schwung verloren. Und genau deshalb lohnt sich ein differenzierter Blick.
Wir ordnen die zentralen Ergebnisse des STM ein: An welchen Stellen gab es Fortschritte und welche Entwicklungen sind kritisch zu bewerten? Vor allem aber gehen wir der Frage nach, was sich konkret für mittelständische Unternehmen ableiten lässt.
Was für eine positive Entwicklung spricht
Der STM dokumentiert eine Reihe von Entwicklungen, die zeigen, dass die Nachhaltigkeitstransformation in der deutschen Wirtschaft strukturell vorangeschritten ist. Sechs Ergebnisse stechen dabei besonders hervor.
Ergebnis 1: Die Verankerung bleibt stabil – von Dynamik zu Konsolidierung
Was der STM zeigt: Rund 70 Prozent der Unternehmen haben Nachhaltigkeit auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene verankert. 77 Prozent verfolgen das Thema strategisch. Viele Unternehmen haben angekündigte Massnahmen inzwischen umgesetzt und Strukturen aufgebaut.
Was das für den Mittelstand bedeutet: Die Unternehmen, die jetzt mit ihrer Nachhaltigkeitspositionierung weitermachen, bauen ihren Vorsprung aus. Wer jetzt pausiert, muss später unter Zeitdruck nachholen – oft in einer Situation, in der ein konkreter Kundenauftrag oder eine Finanzierungsanfrage auf dem Tisch liegt. Die Konsolidierungsphase ist kein Signal zum Abwarten, sondern eine Gelegenheit, Strukturen in Ruhe aufzubauen.
Ergebnis 2: Immer mehr Unternehmen erfassen Klimadaten
Was der STM zeigt: 86 Prozent der befragten Unternehmen erfassen ihre Treibhausgasemissionen zumindest teilweise. Der Umfang der Daten nimmt zu und schliesst zunehmend vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen (Scope-3-Emissionen) ein. Klimaziele haben rund 59 Prozent der Unternehmen.
Was das für den Mittelstand bedeutet: Die Datengrundlage in der deutschen Wirtschaft wächst. Das bedeutet auch, dass Kunden und Geschäftspartner, die selbst Emissionen erfassen, diese Daten zunehmend auch von ihren Zulieferern erwarten. Wer jetzt eine belastbare Datengrundlage schafft, kann auf diese Anfragen vorbereitet reagieren – und die Daten gleichzeitig intern nutzen, etwa zur Identifikation von Einsparpotenzialen bei Energie und Ressourcen.
Ergebnis 3: Der Marktdruck übernimmt, was die Politik nicht mehr treibt
Was der STM zeigt: Die Wahrnehmung der Politik als Treiber der Nachhaltigkeitstransformation sank im Jahresvergleich um 31 Prozentpunkte. Gleichzeitig bleiben Kunden, Geschäftspartner, Banken und zukünftige Arbeitnehmer die zentralen Treiber.
Was das für den Mittelstand bedeutet: Wer auf klare Signale aus Berlin oder Brüssel wartet, der bleibt womöglich in der Warteschleife. Die Anforderungen kommen stattdessen aus dem direkten geschäftlichen Umfeld: von Kunden, die Nachhaltigkeitsdaten für ihre eigene Berichterstattung benötigen, von Banken, die ESG-Kriterien in ihr Risikomanagement integriert haben, und von Bewerbern, die Nachhaltigkeit bei der Arbeitgeberwahl berücksichtigen.
Ergebnis 4: 75 Prozent berichten weiter – auch ohne Pflicht
Was der STM zeigt: 75 Prozent der Unternehmen, die künftig nicht mehr in den Anwendungsbereich der CSRD fallen, planen weiterhin einen Nachhaltigkeitsbericht. Knapp die Hälfte davon erstellt erstmals einen Bericht.
Was das für den Mittelstand bedeutet: Diese Zahl verdient Beachtung. Sie zeigt, dass die Entscheidung für einen Nachhaltigkeitsbericht zunehmend einer Marktlogik folgt und sich von der politischen Stimmung abgekoppelt hat. Viele Unternehmen haben bereits in die entsprechenden Strukturen, Prozesse und Personal investiert. Diese Investitionen weiterzunutzen, liegt deshalb nahe. Statt auf unterschiedliche Stakeholderanfragen individuell zu antworten, können Unternehmen mit einem standardisierten Bericht professionell und einheitlich reagieren.
Ergebnis 5: Banken erwarten wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Finanzierung
Was der STM zeigt: 79 Prozent der Banken erwarten, dass Nachhaltigkeit in der Unternehmensfinanzierung künftig eine größere Rolle spielen wird. Alle befragten Großbanken sehen sich bereits als Transformationsbegleiter der Realwirtschaft. Nachhaltigkeit ist in den meisten Banken inzwischen im Risikomanagement verankert.
Was das für den Mittelstand bedeutet: 37 Prozent der Mittelständler mit mehr als 50 Beschäftigten werden bei Kreditverhandlungen bereits nach Nachhaltigkeitsaspekten gefragt [2]. Wer Nachhaltigkeitsdaten, Zielpfade und Investitionspläne aktiv in Finanzierungsgespräche einbringt, signalisiert Professionalität.
Ergebnis 6: Investoren haben Nachhaltigkeit breit verankert
Was der STM zeigt: 96 Prozent der befragten Investoren verfügen über Ansätze für verantwortungsbewusstes Investieren, 93 Prozent haben formalisierte Ausschlussleitlinien. Rund 74 Prozent vermarkten einen Teil ihrer Produkte explizit als ESG-konform.
Was das für den Mittelstand bedeutet: Was heute für börsennotierte Konzerne gilt, findet seinen Weg in die Lieferkette. Bei Unternehmensverkäufen preisen Käufer ESG-Risiken bereits heute in die Bewertung ein: Mehr als 60 Prozent der Investoren würden einen Aufschlag für Unternehmen mit hohem ESG-Reifegrad zahlen [5]. Umgekehrt können unzureichend adressierte ESG-Risiken zu Bewertungsabschlägen führen – ein Aspekt, der bei Nachfolgeregelungen oder Beteiligungsprozessen zunehmend relevant wird.
Wo die kritischen Befunde liegen
Die positiven Entwicklungen sind real. Aber der STM 2026 enthält ebenso deutliche kritische Befunde, die ebenfalls eine ausgewogene Einordnung erfordern.
Ergebnis 7: Nachhaltigkeit verliert in vielen Unternehmen an Priorität
Was der STM zeigt: 59 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Debatten dazu führen, dass Nachhaltigkeit intern an Priorität verliert. Bei Großunternehmen sind es sogar 66 Prozent, bei größeren Mittelständlern 64 Prozent. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 14 Prozent.
Was das für den Mittelstand bedeutet: Das ist der größte Einschnitt, den der STM dokumentiert. Die Depriorisierung betrifft alle Größenklassen und steht in einem engen Zusammenhang mit der politischen Unsicherheit rund um das Omnibus-Verfahren. Für mittelständische Unternehmen stellt sich die Frage: Ist die Depriorisierung eine bewusste strategische Entscheidung – oder eine Reaktion auf Verunsicherung? Unternehmen, die Nachhaltigkeit aufgrund konkreter Marktanforderungen betreiben, haben wenig Grund, zu pausieren. Wer vor allem regulatorisch getrieben war, steht vor einer Neuorientierung.
Ergebnis 8: Der Business Case bleibt für die Mehrheit unklar
Was der STM zeigt: 83 Prozent der Unternehmen sehen keinen klaren Business Case für Nachhaltigkeit. 42 Prozent erkennen zwar grundsätzlich einen Mehrwert, bewerten aber die Kosten höher als den Nutzen. Nur 17 Prozent sehen einen positiven finanziellen Nettoeffekt.
Diese Zahl verdient eine differenzierte Betrachtung. Der STM fragt den Business Case pauschal ab – aber ob Nachhaltigkeit sich „rechnet“, hängt maßgeblich von Branche und Geschäftsmodell ab. Ein energieintensives Produktionsunternehmen, das durch systematische Emissionserfassung und Energiemanagement Einsparpotenziale identifiziert und hebt, erlebt einen anderen Business Case als ein Ingenieurbüro mit geringem Ressourcenverbrauch. Für das eine Unternehmen ist Energieeffizienz ein Hebel mit direkter Wirkung auf die Marge. Für das andere liegt der Mehrwert eher in der Kundenbindung, der Arbeitgeberattraktivität oder der Positionierung bei Ausschreibungen.
Entsprechend zeigen auch die STM-Daten selbst Differenzierungen: 62 Prozent der Unternehmen sehen den Mehrwert bei Energie- und Ressourceneffizienz, 52 Prozent bei Marktchancen und 45 Prozent bei der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden. Die 83 Prozent bedeuten aus unserer Sicht nicht, dass sich Nachhaltigkeit für 83 Prozent der Unternehmen nicht lohnt. Sie bedeuten, dass die Mehrheit den Mehrwert noch nicht systematisch für das eigene Geschäftsmodell identifiziert hat.
Ergebnis 9: Zwischen Zielen und Umsetzung klafft eine Lücke
Was der STM zeigt: 86 Prozent der befragten Unternehmen erfassen Emissionsdaten, 59 Prozent haben Klimaziele. Aber nur 29 Prozent verfügen über einen konkreten Transitionsplan. Und von den Unternehmen mit Transitionsplan geben lediglich 53 Prozent an, bei der Zielerreichung auf Kurs zu sein. In Summe: Nur 15 Prozent aller befragten Unternehmen erheben Daten, haben ein Klimaziel, verfügen über einen Transitionsplan und sind gleichzeitig „on track“.
Was das für den Mittelstand bedeutet: Diese „Umsetzungslücke“ ist eines der wichtigsten Ergebnisse des STM 2026. Sie zeigt: Datenerhebung und Zielsetzung sind notwendig, aber nicht hinreichend. Ohne einen konkreten Plan, wie Ziele operativ erreicht werden sollen, bleiben sie Absichtserklärungen. Eine Nachhaltigkeitsstrategie, die Ziele mit konkreten Massnahmen, Verantwortlichkeiten und Zeitplänen verbindet, schliesst genau diese Lücke. Sie macht aus einer Absichtserklärung einen Handlungsrahmen. Für den Mittelstand liegt hier sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance: Wer nicht nur berichtet, sondern umsetzt, hebt sich von der Mehrheit ab.
Ergebnis 10: Das Omnibus-Verfahren hat die Dynamik spürbar gebremst
Was der STM zeigt: 70 Prozent der befragten Unternehmen, die im erweiterten Umfeld der CSRD-Berichtspflicht stehen oder standen, geben an, dass das Omnibus-Verfahren ihren Berichterstattungsprozess verlangsamt oder das Ambitionsniveau reduziert hat. Die Ausgaben für ESG-Weiterbildung und externe Beratung sind hingegen nur um 12 Prozentpunkte zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Politik vom fünften auf den letzten Platz im Treiberranking gefallen – der grösste Rückgang aller Stakeholdergruppen.
Was das für den Mittelstand bedeutet: Die regulatorische Verunsicherung ist real und messbar. Gleichzeitig zeigt der STM, dass die Anforderungen aus dem Markt – Kunden, Banken, Geschäftspartner – von dieser Verunsicherung weitgehend unberührt bleiben. Banken haben ESG in ihr Risikomanagement integriert, Grosskunden fragen weiter Nachhaltigkeitsdaten ab, Bewerber berücksichtigen das Thema bei der Arbeitgeberwahl. Wer die Regulierungspause als Signal versteht, das Thema ganz abzusetzen, könnte von der Marktseite überrascht werden.
Ergebnis 11: Biodiversität und Lieferkette bleiben blinde Flecken
Was der STM zeigt: 43 Prozent der Unternehmen haben sich bislang mit Biodiversität beschäftigt. Vollständige Kenntnisse über Auswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette oder über Abhängigkeiten von Naturkapital sind selten: Nur 16 Prozent kennen ihre Auswirkungen vollständig, nur 13 Prozent haben ihre Abhängigkeiten von Naturkapital identifiziert.
Was das für den Mittelstand bedeutet: Biodiversität steht im Vergleich zum Klimaschutz noch am Anfang. Für Unternehmen mit relevanten Lieferketten in der Land- oder Forstwirtschaft, mit Standorten in ökologisch sensiblen Gebieten oder mit rohstoffintensiver Produktion könnte sich das Thema schneller als erwartet zu einer konkreten Anforderung entwickeln – etwa durch Investorenanforderungen oder branchenspezifische Standards. Für andere Branchen bleibt es derzeit eher ein Beobachtungsthema.
Was der STM den Unternehmen empfiehlt – und unsere Einordnung
Der STM 2026 formuliert vier konkrete Handlungsempfehlungen für die Wirtschaft:
1. Nachhaltigkeit als strategischen Werttreiber übersetzen
Der STM empfiehlt, Nachhaltigkeit systematisch mit Kostenreduktion, Risikomanagement, Lieferkettenstabilität, Kapitalzugang und Marktchancen zu verschränken.
Unsere Einordnung: Diese Empfehlung trifft den Kern des Problems. Der fehlende Business Case, den 83 Prozent der Unternehmen beklagen, ist häufig ein Analyseproblem. Viele Unternehmen haben die Frage „Lohnt sich Nachhaltigkeit?“ nie systematisch für ihr eigenes Geschäftsmodell durchdekliniert. Die Antwort fällt je nach Branche, Kundenbasis und Wertschöpfungstiefe unterschiedlich aus. Aber sie lässt sich finden – wenn man die richtigen Fragen stellt.
2. Nachhaltigkeitsdaten konsequent in Entscheidungen integrieren
Der STM empfiehlt, vorhandene Klima-, Ressourcen- und Lieferkettendaten in die Steuerung, in Investitionsentscheidungen, Einkauf, Produktentwicklung und Finanzierung einzubinden.
Unsere Einordnung: Die Umsetzungslücke zeigt, dass Datenerhebung allein nicht reicht. Die Frage ist: Was tun Unternehmen mit den Daten, die sie bereits haben? Wer Emissionen erfasst, sollte prüfen, wo diese Daten bereits heute einen Mehrwert liefern können – etwa bei der Identifikation von Einsparpotenzialen oder bei der Vorbereitung auf Kundenanfragen. Eine Nachhaltigkeitsstrategie schafft den Rahmen, in dem Daten nicht nur erhoben, sondern systematisch für Steuerungsentscheidungen genutzt werden. Daten, die in der Schublade liegen, schaffen weder Steuerungsnutzen noch Wettbewerbsvorteile.
3. Den Dialog mit Finanzmarktpartnern aktiv gestalten
Der STM empfiehlt, Nachhaltigkeitsdaten, Zielpfade und Investitionspläne frühzeitig und strukturiert in den Dialog mit Finanzierungspartnern einzubringen.
Unsere Einordnung: Die STM-Daten zeigen eine Wahrnehmungslücke: 79 Prozent der Banken erwarten eine wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Finanzierung, aber nur 45 Prozent der Unternehmen teilen diese Einschätzung. Das Verhältnis ist nahezu 2:1 und damit ein deutlicher Indikator dafür, dass unterschiedliche Erwartungshaltungen bestehen. Daten allein reichen für diesen Dialog allerdings nicht aus. Wer zusätzlich Ziele, einen Verbesserungspfad und Ansätze für Resilienz mitbringt, zeigt der Bank, dass Nachhaltigkeit Teil der Unternehmensstrategie ist – nicht nur ein Reporting-Thema. Wer nicht wartet, bis die Bank fragt, sondern eine Nachhaltigkeitspositionierung proaktiv erarbeitet, signalisiert Professionalität – und kann von besseren Konditionen profitieren.
4. Kooperationen und Skalierung nutzen
Der STM empfiehlt, Transformationsherausforderungen gemeinsam anzugehen – über Branchenlösungen, Lieferkettenkooperationen und regionale Netzwerke.
Unsere Einordnung: Gerade für den Mittelstand, bei dem die Ressourcen oft begrenzt sind, ist dieser Punkt relevant. Branchenverbände, IHKs und regionale Netzwerke bieten oft Einstiegshilfen, Vorlagen und Erfahrungsaustausch. Nicht alles muss von Grund auf selbst erarbeitet werden.
Fazit: Konsolidierung ist kein Rückschritt, sondern eine Chance zur Neuorientierung – wenn sie genutzt wird
Der STM 2026 zeigt eine Nachhaltigkeitstransformation im Übergangsmodus. Die Aufbauphase ist in vielen Unternehmen abgeschlossen. Strukturen stehen, Daten werden erhoben, Verantwortlichkeiten sind definiert. Gleichzeitig verliert die Transformation an Tempo – gebremst durch politische Unsicherheit, einen fehlenden Business Case und eine Umsetzungslücke zwischen Zielen und konkretem Handeln.
Für mittelständische Unternehmen ergibt sich daraus eine Frage, die nur individuell beantwortet werden kann: Sind die Treiber, die für Ihr Unternehmen relevant sind – Kundenanforderungen, Finanzierungszugang, Fachkräftegewinnung, Effizienzpotenziale – von der politischen Debatte abhängig? Oder bestehen sie unabhängig davon?
Die STM-Daten legen nahe: Für die Mehrheit der Unternehmen treiben Marktanforderungen das Thema stärker als Regulierung. Die Konsolidierungsphase bietet die Gelegenheit, ohne regulatorischen Zeitdruck die eigene Positionierung zu schärfen und den Business Case für das eigene Geschäftsmodell zu erarbeiten. Wer diese Phase nutzt, steht besser da und dass unabhängig davon, was Berlin oder Brüssel als Nächstes entscheiden.
Was ist der Sustainability Transformation Monitor?
Der Sustainability Transformation Monitor (STM) ist eine jährliche Erhebung zur Nachhaltigkeitstransformation in der deutschen Wirtschaft. Die aktuelle Ausgabe von März 2026 basiert auf der Befragung von 822 Organisationen aus Real- und Finanzwirtschaft. Herausgeber sind die Bertelsmann Stiftung, die Stiftung Mercator, die Universität Hamburg und die Peer School for Sustainable Development.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse des Sustainability Transformation Monitor 2026?
Der STM 2026 zeichnet ein differenziertes Bild der Nachhaltigkeitstransformation in Deutschland. Auf der positiven Seite: 75 Prozent der durch das Omnibus-Verfahren entlasteten Unternehmen planen weiterhin einen Nachhaltigkeitsbericht, die Datenbasis wächst, und die Anforderungen aus dem Markt – Kunden, Banken, Geschäftspartner – ersetzen zunehmend den fehlenden politischen Druck. Auf der kritischen Seite: 59 Prozent der Unternehmen berichten von einer Depriorisierung, 83 Prozent sehen keinen klaren Business Case, und zwischen Klimazielen und deren operativer Umsetzung klafft eine deutliche Lücke.
Unsere Einordnung: Wie relevant die einzelnen Ergebnisse für Ihr Unternehmen sind, hängt stark von Branche, Wertschöpfungsstruktur und Kundenportfolio ab.
Warum ist der Sustainability Transformation Monitor 2026 für den Mittelstand relevant?
Der STM zeigt, dass die Anforderungen an Nachhaltigkeitsdaten zunehmend aus dem direkten geschäftlichen Umfeld kommen – von Kunden, die Daten für ihre eigene Berichterstattung benötigen, von Banken, die ESG-Kriterien in ihr Risikomanagement integriert haben, und von Bewerbern, die Nachhaltigkeit bei der Arbeitgeberwahl berücksichtigen.
Diese Marktanforderungen bestehen unabhängig von der politischen Debatte und betreffen auch Unternehmen, die formal von keiner Berichtspflicht betroffen sind.
Quellen
[1] Sustainability Transformation Monitor 2026, Bertelsmann Stiftung / Stiftung Mercator / Universität Hamburg / Peer School for Sustainable Development, März 2026
[2] KPMG, „Trends in Sustainable Finance“ Dezember 2024
[3] DNK/GIZ, „Das neue DNK-Angebot für die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung nach VSME“
Sie möchten diese Fragen für Ihr Unternehmen konkretisieren?
Sie möchten herausfinden, wo der Business Case für Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen liegt? Dann freuen wir uns auf den Austausch mit Ihnen. Der richtige Einstieg sieht für jedes Unternehmen anders aus – und genau das macht ihn so individuell wie den Mittelstand selbst.
Wie Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen konkret aussehen kann, darüber tauschen wir uns gerne mit Ihnen aus. In einem unverbindlichen Gespräch lässt sich oft schon erkennen, welcher Weg für Ihr Unternehmen der richtige sein könnte.
Die Autorin:
Naomi Becker
Naomi Becker ist spezialisiert auf Kommunikation und soziale Aspekte und hat einen interdisziplinären Hintergrund in Literaturwissenschaft, Psychologie und Wirtschaft (M.A.). Als Systemischer Coach und zertifizierte Social Media Managerin (IHK) verbindet sie strategische Nachhaltigkeitskommunikation mit sozialer Verantwortung. Sie unterstützt Unternehmen dabei, ihre Nachhaltigkeitsleistungen sichtbar zu machen und glaubwürdig zu kommunizieren.
Kontaktieren Sie uns!
Sie wollen Ihre Nachhaltigkeitsziele in die Umsetzung bringen? Sie wollen mehr über ein ESG-Reporting abgestimmt auf Ihr Unternehmen erfahren? Unterhalten wir uns!
Sie erreichen uns telefonisch unter
+49 (0)7459 931 2429
Oder senden Sie eine Mail an
Buchen Sie unverbindlich Ihren Discovery-Call:


